Die Entstehung der Zeitschrift


Selbst im Hinblick auf die digitale Entwicklung sind Zeitschriften ein wichtiger Bestandteil des alltäglichen Lebens. Sie stillen den Durst nach Informationen und machen die Welt der Publikationen wesentlich bunter. Als erstes Massenmedium der Welt wurden Zeitschriften - wenn auch in stark abgewandelter Form - schon vor langer Zeit gelesen. Im Vergleich zur Geschichte der Menschheit ist die Entstehung der Zeitschrift jedoch eine eher junge Erfindung, deren Wurzeln bis zurück in die Antike reichen. Hier nämlich nutzten Griechen und Römer Münzen, um wichtige Nachrichten zu verbreiten: Sie waren stets mit dem Gesicht des neuen Kaisers und anderer wichtiger Persönlichkeiten bedruckt und breiteten sich auch ohne Boten im ganzen Reich aus. Im späten Mittelalter gingen Kaufleute in größeren Städten dazu über, Gleichgestellten eigene Nachrichten zukommen zu lassen, die sowohl das geschäftliche als auch das private Umfeld betrafen.

Ein wichtiger Meilenstein für den Erfolg von Zeitschriften war die Erfindung des Buchdrucks im Jahre 1445

Mussten zuvor Briefe und Flugblätter von Hand geschrieben oder mit jeweils neu hergestellten, kompletten Druckplatten gefertigt werden, ermöglichte Johannes Gutenberg plötzlich den Druck mehrerer tausend Exemplare binnen kürzester Zeit. Da sich die Bildung des normalen Volkes in der nächsten Zeit nicht wesentlich änderte, dominierten Kaufmannsbriefe bis ins 17. Jahrhundert hinein das Geschehen. Dennoch erschien im Jahre 1502 die erste richtige Zeitung Deutschlands. Mit der "Rorschacher Monatsschrift" folgte 1597 die erste regelmäßig verlegte Zeitschrift. Die im Zuge der Renaissance zunehmende Bildung der Bürger sorgte für ein immer breiteres Publikum. Den Begriff der Pressefreiheit gab es damals allerdings noch nicht: Sowohl Zeitungen als auch Zeitschriften unterlagen einer strengen Zensur der Landesfürsten. Weder Kriegsnachrichten noch kritische Auseinandersetzungen mit der Politik waren erlaubt.

Im 18. Jahrhundert entstanden Magazine wie der "Patriot" und die "Moralische Wochenschrift"

Von ihren Vorgängern unterschieden sie sich in einem wesentlichen Punkt: Hier ging es nicht mehr nur um die Verbreitung von Nachrichten, sondern auch um die Erteilung konkreter Ratschläge zu wichtigen Themen wie Erziehung, Familienleben, Tugendhaftigkeit und Sittlichkeit. Einige Zeitschriften schlugen sogar einen leicht spöttischen Ton gegenüber den königlichen Hofmitgliedern an - und gelten damit als Vorreiter der heutigen Boulevardmagazine. Von besonderer Bedeutung für die Geschichte der Zeitschriften sind auch die Herausgabe der ersten Frauenzeitschrift weltweit  ("Die vernünftigen Tadlerinnen") und die Entstehung der "Bravo"-Zeitschrift, eines speziell auf die Interessen von Jugendlichen ausgerichteten Magazins mit intensiver Beziehungs- und Sexualberatung.
Derzeit werden in Deutschland mehr als 3.000 verschiedene Zeitungen und Zeitschriften verlegt, die es auf eine Gesamtauflage von rund 123 Millionen Exemplaren bringen. Besonders auflagenstark sind neben Fach- und Frauenmagazinen vor allem Programmzeitschriften.

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